Sonstige Tests

Folgende Tests auf Sonstige Merkmale (Schaf) werden von uns angeboten:

Scrapie Resistenz*
Die Scrapie-Erkrankung, auch genannt Traberkrankheit bei Schafen, zählt wie die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und Kuru des Menschen zu den übertragbaren (transmissiblen) spongiformen Enzephalopathien (TSE). Die Erkrankung ist verursacht durch komplexe Wechselwirkungen von infektiösem Agens (verändertes Prionprotein), Umwelt und genetischen Faktoren und weist einen langsamen, jedoch tödlich endenden Verlauf auf.
Nach oraler Aufnahme des Erregers befällt dieser das Nervensystem des Darmes, sowie die Eingeweidenerven und breitet sich im Anschluss über das Rückenmark bis in das Gehirn aus. Im Laufe der Erkrankung zeigen sich zunehmend zentralnervöse Ausfallerscheinungen, Verhaltens- und Gangstörungen, aber auch starker Juckreiz. Das veränderte Prionprotein ist in befallenen Tieren u.a. im zentralen Nervensystem, Liquor, in Mandeln, Lymphknoten und in der Milz nachweisbar und wird über Nachgeburt und Fruchtwasser ausgeschieden. Mit dem Scrapie-Agens kontaminierte Flächen können aufgrund dessen hoher Resistenz gegenüber chemischen und physikalischen Einflüssen über Jahre als Infektionsquelle dienen.
Prinzipiell sind alle Schafrassen für Scrapie empfänglich, jedoch beeinflussen genetische Faktoren die Wahrscheinlichkeit eines Tieres nach Kontakt mit dem Erreger an Scrapie zu erkranken. So wurden genetische Variationen an den Aminosäure-Positionen 136, 154 und 171 des PrP-Gen identifiziert, die mit unterschiedlichen Resistenzen/Empfänglichkeiten gegenüber dem Erreger einhergehen.
Derzeit werden die Genotypklassen G1 bis G5 unterschieden, die Gefährdungsstufen von sehr gering bzw. resistent (G1) bis hin zu hoch empfänglich (G5) definieren. Über gendiagnostische Untersuchung der Variationen an den genannten Aminosäure-Positionen kann die genetische Information hieraus dazu genutzt werden, der Empfänglichkeit gegen den Scrapie-Erreger züchterisch entgegenzuwirken.

* Nicht nach ISO 17025 akkreditiertes Verfahren

Anleitung zur Probennahme
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Untersuchungsantrag Schaf
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